paul hertel  

Composer

Kinderoper: Elster und Parzival

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KINDEROPER “Elster und Parzival“
von Paul Hertel (Idee & Musik) und Paul Flieder (Buch)
Uraufführung: Deutsche Oper Berlin 29.03.2003
Österreichische Erstaufführung Internationales Kinderklangfestival, Wien. 16.06.2003
Uraufführung der Orchestersuite mit Themen aus der Oper: Wiener Konzerthaus Wiener Kammerorchester / Ltg.:Joji Hattori
ORF-Ö1-Mitschnitt 12.05.2006
Uraufführung der gekürzten Neufassung: Deutsche Oper Berlin 21.09.2006

 

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"Elster und Parzival" nun als Podcast bei 'lauschergreifend'
listen at: http://www.komponistenbund.at/hertel-paul/>

Trailer von "Elster und Parzival" auf:

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INHALT:
Ein Junge spielt an seinem Computer. Ein fantastisches Spiel aus Vergangenheit oder Zukunft – wer weiß das so genau. Viele Abenteuer gilt es zu bestehen. Der Junge versinkt förmlich in dem Spiel und ist für niemanden zu sprechen. Für seine Mutter nicht und nicht für seine Freundin. Der Junge nimmt die Realität nicht mehr wahr. Doch was ist die Realität? Der Computer, das Spiel im Computer, die Spielhandlung? Plötzlich ist der Junge im Gralswald. Wie Parzival sieht er viele Verlockungen im Wald. Er muss viele Kämpfe bestehen. Und er sieht viel Elend in der Welt, ein totes Land, einen leidenden König. Von weitem sieht er plötzlich eine Elster – oder ist es das Mädchen, das er so enttäuscht hat, als er sie zurückstieß, weil er vom Computer nicht lassen konnte? Zauberhafte Verwandlungen verwirren ihn. Vorwürfe quälen ihn. Ist er wirklich herzlos? Muss er erst reif werden? Der kranke König geht ihm nicht mehr aus dem Sinn. Hätte er mehr tun müssen als bloß schauen? Wird er seinen Weg zu sich, zur Liebe finden über das Mitleid mit anderen?
Der Komponist Paul Hertel und der Regisseur Paul Flieder wollen den alten Grals- und Parzival-Mythos auf eine neue, spielerische Weise erzählen. Sie spielen dabei mit dem Wechsel zwischen Realität und Fiktion, zwischen neuer Dichtung und dem alten Epos von Wolfram von Eschenbach. - Deutsche Oper Berlin – Programmankündigung

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  KRITIKEN:

Beam dich zum Gral"
Die Deutsche Oper bringt ein Stück für Jugendliche heraus

Jugendlicher Freak hockt vorm Screen, vernichtet Feinde und eigene Zeit. Mutter nervt, Tussi nervt. Kopfschmerz entsteht vom Flimmern, man sollte, könnte, müsste - da war doch was, nannte sich Leben. Eine sprechende Elster, seltsam, seltsam, kommt vorbei und versetzt ihn in ein Märchenland mit schwarzen Rittern, guten und bösen Königen, einer hohen Frau, die sich in ihn verliebt. Alle texten ihn mit Rätselsprüchen zu. Aber unser Freak macht sich. Scannt aus dem Gelaber eine Gebrauchsanweisung für dieses kranke Personal, rafft sogar, was "Gral" bedeutet, und kommt als Held groß raus, na bitte.
"Elster und Parzival" heißt das neue KinderMusikTheater der Deutschen Oper Berlin. Paul Flieder aus Wien hat es geschrieben, Paul Hertel, ebenfalls ein Wiener, hat es komponiert, am Sonnabend wurde es uraufgeführt. Dieses Stück ist kein kindgerecht biederes Näher-bring-Theater. In ihm erscheint die Kunst nicht als "das Andere" zur Welt der Eltern und Schaukelpferde. Alles ist Medium, alles ist Ästhetik, mehr oder weniger. Der zunächst namenlose Junge, der dann im Märchenland Parzival genannt wird, kommt aus der Welt der CD-ROMs und findet sich am Ende mit einem Buch wieder, dem des Wolfram von Eschenbach. (So richtig freut es ihn nicht, Lesen, ey auch noch diese Dinosaurier-Sprache, forget it.)
Dass da jemand in der Endlosschleife medialer Vermittlung gefangen ist, macht das Stück ziemlich bedrückend. Man begreift auch den Aufschwung des Helden gar nicht so recht. Woher die Initiative, die Frage an den kranken Amfortas, der Kampfgeist gegen den Schwarzen Ritter? Dann: Diese Unmenge von Figuren, die da in 90 Minuten aufgeboten wird und kaum Zeit hat sich zu erklären, stellt auch das Verständnis erfahrener Zapper auf die Probe. Die daraus folgende Auflösung motivierten Verhaltens und kausaler Linearität wirkt künstlerisch konsequent angesichts der www-mäßigen Zugriffsmöglichkeit auf unterschiedliche Stimmungen, mit der die Hauptfigur ihr Sensorium sonst bedient. In ihrer Ausweglosigkeit wirkt diese Konsequenz eisekalt, wie auch die Musik, die sich nicht undifferenziert, aber doch mit der groben Raffinesse rhythmischem Schlagzeugs an die hypernervösen Kindlein heranmacht.
Musikalisch ist das alles vortrefflich gemacht, Kevin McCutcheon hat sehr präzise dirigiert und die jungen Yosep Kang als Parzival und Raquela Sheeran als Elster singen wahrhaft viel versprechend ..... Peter Uehling – BERLINER ZEITUNG 31.03.2003

 

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”Poetische Playstation“

Wagners "Parsifal" kann fünf Stunden dauern. Dabei geht´s auch in 90 Minuten. Für Kinderohren zudem besser geeignet: mit Kammerorchester, schönen Melodien und einer witzigen Handlung."Elster und Parzival", im Foyer der Deutschen Oper uraufgeführt, wurde von seiner bekanntlich anspruchsvollen Zielgruppe begeistert aufgenommen. Parzival ist ein Junge von heute, der seine Tage mit Computerspielen vertrödelt. Besonders traurig ist darüber seine Freundin, der Parzival als clowneske Elster wiederbegegnet – hinter der Mattscheibe, in einem verrückten Computertraum. Darin muss Parzival mit einem Drachen kämpfen, trifft auf einen schwarzen Ritter, den finsteren Zauberer, den kranken König. Und er muss der erdrückenden Liebe einer Frau namens Cundrie standhalten, die seine Mutter sein könnte.
Libretto, Bühnenbild und Regie besorgte Paul Flieder. Mit einfachen Mitteln erzählt er die Geschichte einer Suche nach Sinn jenseits der Playstation. Parzival erfährt, dass es keine klare Frontlinie zwischen Gut und Böse gibt. Titeltrotzkopf Yosep Kang gibt einen metallisch-höhensicheren Helden. Als lebenskluge Elster berückt die Sopranistin Raquela Sheeran mit schillerndem Vokalgefieder. Auch insgesamt ein gutes Sängerensemble, aber der Wiener Paul Hertel hat eben dankbare Partien geschrieben. Seine Musik umarmt "E" und "U", ist vielschichtig, ohne auseinanderzufallen. Sogar Zitate haben Platz neben ruppig-atonalem Zickzack. Und immer wieder blühen herzhafte Kantilenen auf...’
Jens Hinrichsen – DER TAGESSPIEGEL 31.03.2003

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”Parzival als Computerfreak“

"Man müsste mal was Großes tun, dass alle kippen aus den Schuh'n" - denkt sich Parzival (Yosep Kang), pubertierender, computersüchtiger Held der Kinderoper "Elster und Parzival" im Foyer der Deutschen Oper. Das kann er haben! Aus dem übermannshohen Computer-Monitor tritt ein Drache: Schwerer Ausnahmefehler! Und damit fangen die Abenteuer an, denn auf Parzival kommt eine "megakomplizierte" Reise zu, die ihn zum Schwarzen Ritter führt (Peter Claveness mit sonorem Bass). Gut, dass er von Elster (extrem kinderlieb: Raquela Sheeran) durch die Gralswelt geleitet wird. Das Libretto textete Regisseur Paul Flieder in Jugend-Sprechweise, Paul Hertel steuerte die Musik bei: Moderate Moderne für die Kampfszenen, Musical-Melodien für Elster und das Happy-Finale. Ein anregender Nachmittag für Groß und Klein....’
niko – BZ 31.03.2003

   
 

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”Elster & Parzival“

Die Kinder staunen. Eine gefiederte Vogelfrau hüpft singend durch die Reihen. Schwerter blitzen, Nebel wallt, Rotlicht flackert. Die Videokulisse führt durch Märchenwälder und Wüsten. Es gibt viel zu erleben in Paul Hertels Kinderoper Elster und Parzival. Sie hält das Interesse der Kleinen im Foyer der Deutschen Oper Berlin hellwach.
Das alte Parzival-Epos von Wolfram von Eschenbach ist im Cyberspace-Zeitalter angekommen. Ein Junge kann sich nicht trennen von seinem Computerspiel. Er verliert den Kontakt zur Realität - und verschwindet schließlich im Bildschirm. Als Gralsritter hat er nun zahlreiche Prüfungen zu bestehen. Yosep Kang verkörpert mit seiner wendigen Tenorstimme den Jungen, der auf der Suche nach sich selbst lernt, Mut, Mitleid, Herzensgüte zu entwickeln und sich im wirklichen Leben zurecht zu finden. Tina Scherer gibt die Begleiterin, die ihm mit ihrem seelenvollen, lyrischen Sopran ins Gewissen singt.
So abwechslungsreich wie die Inszenierung ist auch die Musik des Wiener Komponisten Paul Hertel der sich vor allem mit Film- und Bühnenmusiken einen Namen gemacht hat. Sie präsentiert sich vielfarbig zwischen atonaler Klangmalerei, historisierender Herzschmerzarie, rockigen Rhythmen, Ritter-Rap, Anklängen an Strawinsky. An der Deutschen Oper Berlin hat vor dreieinhalb Jahren die Uraufführung in Koproduktion mit dem Kinderklang-Festival Wien stattgefunden. Hertel und sein Librettist Paul Flieder haben in diesem Jahr eine verdichtete Neufasssung vorgelegt. Die Berliner Kinder hat sie überzeugt.
M. H.  (ÖMZ  Ausgabe 11-12/2006)

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”Sag mir Deinen Klingelton“

…Die Zusammenarbeit mit Altavantgardisten wie Stockhausen oder Kagel hat Roesler unter der Intendanz von Zimmermann noch geplant, sie wurde nur teilweise realisiert… Dennoch hat Roeslers KinderMusikTheater mittlerweile auch Stücke, wie die Oper… 'Elster & Parzival' von Paul Hertel im Programm… unverhohlen neue Musik, aber mit weniger historischem Anspruch und mit viel Ironie aufgeladen.. .
Matthias Nöther - OPERNWELT 12/2006

     
 

 

     
  BESETZUNG:

5 Sänger/Innen:
- Freundin/Elster: Sopran
- Junge/Parzival: Tenor
- Mutter/Cundrie: Alt (Universaler Mezzo)
- Klingsor/Amfortas: Bariton
- Drache/Wanderer/Schwarzer Ritter: Bassbariton

8 Musiker/Innen:
- Flöte
- Trompete
- Posaune
- Violine
- Viola
- Kb (optional mit Tonabnehmer & Verstärker) und optionaler E-Bass
- Cembalo/Kirchenorgel=Harmonium (optional mit Keyboard realisierbar)
- Schlagwerkinstrumente:
Jazzset:     Fußtrommel (Ft) / Snare / Tomtom / HiHat 
Becken: Ride / Crash  
Gr.Tr. = Grosse Trommel
2 Pauken (chromatisch stimmbar)
Chimes
Tamtam
Röhrenglocken

Der Klangschild (die Glasharmonika) des Wanderers in der Musik 23 (M23)  kann auch mit den vom Original aufgenommenen Klängen als Zuspielung bzw. optional mit verfügbaren gesampelten Klängen des Keyboards realisiert werden.

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  Wissenschaftliche Arbeit von Melanie Weiss an der Universität in Waterloo, ON, Canada über "Elster & Parzival" 2015

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ELSTER & PARZIVAL,
AN ANALYSIS OF THE MAGPIE IN PAUL HERTEL’S AND PAUL FLIEDER’S OPERA FOR
CHILDREN
Melanie Weiss
GER 621/721: King Arthur in Medieval Europe
March 26, 2015
     
         
 

Der Virtuose MICHEL DENEUVE testet vor dem Pariser Atelier des Bildhauers und Instrumentenbauers Francois Baschet den für die Kinderoper konstruierten ZAUBER-KLANG-SCHILD.

Mithilfe der Kristallglas-Stäbe ('Cristals') werden Töne erzeugt, die vom Schild verstärkt werden.
Dasselbe Prinzip wie beim Instrument CRISTAL

  schild  
         
 

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